Planänderungsgesuch Marien-Linde

 
 

Der Kapellrat hat, nach langwierigen Verhandlungen, bei der Gemeinde ein befristetes Planänderungsgesuch eingegeben. Lesen Sie dazu den Artikel, der im Unterwaldner (Medienmitteilung) erschienen ist.

 
 
 

Medienmitteilung und Veröffentlichung im Unterwaldner

 

Kehrsiten, 1. Mai 2018

 

 

Kompromiss für historisch bedeutsames Objekt in Kehrsiten:

Bewilligung für «Marien-Linde» bis Ende 2019 beantragt

Die Skulptur «Marien-Linde» in Kehrsiten soll befristet bis Ende 2019 bei der Kapelle in Kehrsiten stehen. Die Kapellgemeinde Kehrsiten hat ein entsprechendes Planänderungsgesuch bei der Gemeinde Stansstad eingereicht. Zudem sind Anpassungen an der Skulptur geplant. «Diese Skulptur ist für Kehrsiten, den Kanton Nidwalden und dessen Geschichte sehr bedeutend», sagt Monika Rebhan Blättler, Kapellvögtin. «Mit den Anpassungen erscheint sie leichter, diskreter und natürlicher.» Dem Planänderungsgesuch waren langwierige Diskussionen um den Standort und um gestalterische Details vorausgegangen.

 

Die Skulptur «Marien-Linde» ist im Jahr 2016 vom jungen Zentralschweizer Künstler Andreas Felber geschaffen worden – aus dem Stamm der 200-jährigen Marien-Linde von Kehrsiten. Die Linde musste damals aus Sicherheitsgründen gefällt werden. «Wir haben von einem Nachbarn einen Ableger der Linde geschenkt bekommen. Bis dieser junge Baum gross genug ist, soll die Skulptur an die Marien-Erscheinung vom Jahr 1612 erinnern», erklärt Monika Rebhan Blättler.

 

Kompromiss nach überraschender Haltungsänderung der Behörden

Dem Planänderungsgesuch waren langwierige und aufwändige Abklärungen vorausgegangen. Mehrere Amtsstellen hatten während dieser Zeit ihre Haltung überraschend gewechselt. Am 1. Dezember 2015 hatte die Kommission für Denkmalpflege des Kantons «die emotionale Bindung der Kapellgemeinde zur alten Linde» anerkannt. Sie hat zugleich zugestimmt, die Skulptur bei der Kapelle aufzustellen. Die Gemeinde Stansstad hatte den Verantwortlichen der Kapellgemeinde Kehrsiten Anfang 2016 in der Folge angegeben, dass für die Skulptur keine Baubewilligung benötigt werde. Die Kapellgemeinde sammelte daraufhin Spenden und realisierte das Projekt. Das Kunstwerk wurde am 3. September 2016 unter grosser Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht.

 

Nach der Einweihung hatten sich eine Privatperson sowie ein Verband gegen den Standort der Skulptur in «einem schützenswerten Ortsbild von nationaler Bedeutung» gewehrt. Die Gemeinde Stansstad verlangte darauf im Jahr 2017 nachträglich ein Baugesuch. Und die Denkmalpflege zog ihre Zustimmung zurück. «Das war für uns völlig unerwartet. Die Haltungsänderung der verschiedenen Stellen hat uns sehr enttäuscht. Haben wir doch jederzeit im Vertrauen darauf gehandelt, dass die behördlichen Auskünfte richtig sind», erklärt Monika Rebhan Blättler. «Wir haben dann mehrere alternative Standorte geprüft. Alle möglichen Orte waren der historischen Bedeutung der Skulptur nicht angemessen oder nicht bewilligungsfähig, da sie ausserhalb der Bauzone lagen. Zudem hätte eine Verschiebung die Finanzen der Kapellgemeinde zu stark belastet.»

 

Der vorgesehene Kompromiss sieht nun folgendermassen aus: Die Kapellgemeinde Kehrsiten hat das ursprünglich im Februar 2017 eingereichte, unbefristete, Baugesuch angepasst und die Baubewilligung befristet bis Ende 2019 beantragt. Das Dach der Skulptur soll entfernt werden und es gibt farbliche Anpassungen. Die Skulptur wirkt dadurch leichter, diskreter und natürlicher. Gleichzeitig kommen die zwei Baumhälften der alten, ehrwürdigen Linde besser zur Geltung. Das Planänderungsgesuch soll nun öffentlich aufgelegt werden.

 


Wallfahrtsort Kehrsiten

Die Kapellgemeinde Kehrsiten ist eine der 14 Pfarreien und Kaplaneien im Kanton Nidwalden. Neben den seelsorgerischen Aufgaben kümmert sie sich auch um die Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Kapelle am Vierwaldstättersee. Es ist die zweite Kapelle an der Stelle, an der im Jahr 1612 zwei Fischern aus Kehrsiten die Muttergottes zwischen zwei Lindenbäumen erschienen ist. Noch heute zieht es Wallfahrerinnen und Wallfahrer mit ihren Bitten und Gebeten zur Kapelle. Die 2013 gefällte Linde wie auch der heute dort stehende junge Lindenbaum sind Ableger der alten Linde, bei der die beiden Fischer die Marien-Erscheinung hatten. Aus der gefällten Linde wurde 2016 die Skulptur geschaffen.

 

 

Visualisierungen – Bildlegenden:

 

  1. Historisch bedeutsam und bestens ins Ortsbild eingepasst: Skulptur Marien-Linde vom Bootssteg aus betrachtet (Visualisierung Kapellgemeinde Kehrsiten)
    (Datei 10_Visualisierung Marien-Linde Seesicht.jpg)
  2. Objekt von historischer Bedeutung für Kehrsiten und den Kanton Nidwalden: Skulptur Marien-Linde neben der Kapelle Kehrsiten (Visualisierung Kapellgemeinde Kehrsiten)
    (Datei 11_Visualisierung Marien-Linde mit Kapelle im Hintergrund.jpg)
  3. Leichter, diskreter und ohne Dach: Skulptur Marien-Linde mit Lindenhaus (Visualisierung Kapellgemeinde Kehrsiten)
    (Datei 12_Visualisierung Marien-Linde mit Lindenhaus.jpg)

 

Auskunftsperson für Medienanfragen:

 

Kapellgemeinde Kehrsiten

Monika Rebhan Blättler

Kapellvögtin

Telefon:        079 648 08 95

E-Mail:   kapellvoegtin(a)kapelle-kehrsiten.ch